{"id":1042,"date":"2026-09-30T11:17:41","date_gmt":"2026-09-30T09:17:41","guid":{"rendered":"https:\/\/struktur.hoeberth.de\/wordpress\/?p=1042"},"modified":"2026-09-30T11:17:42","modified_gmt":"2026-09-30T09:17:42","slug":"wir-brauchen-nicht-weniger-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/struktur.hoeberth.de\/wordpress\/2026\/09\/30\/wir-brauchen-nicht-weniger-zukunft\/","title":{"rendered":"Wir brauchen nicht weniger Zukunft"},"content":{"rendered":"\n<h2 id=\"h-warum-degrowth-die-falsche-antwort-auf-einen-evolutionaren-wendepunkt-der-menschheit-ist\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Warum Degrowth die falsche Antwort auf einen evolution\u00e4ren Wendepunkt der Menschheit ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt einen Satz, der in Diskussionen \u00fcber Wirtschaftswachstum fast zwangsl\u00e4ufig irgendwann auftaucht: Unendliches Wachstum sei auf einem endlichen Planeten unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Satz klingt so zwingend, dass jeder Widerspruch beinahe den Verdacht erweckt, man habe entweder die Mathematik oder die Endlichkeit der Erde nicht verstanden. Schon der Club of Rome machte 1972 mit den \u201eGrenzen des Wachstums\u201c darauf aufmerksam, dass exponentiell steigende Bev\u00f6lkerung, Industrieproduktion und Ressourcenverbrauch in einem begrenzten System irgendwann an Grenzen sto\u00dfen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daran ist zun\u00e4chst nichts auszusetzen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir nicht jedes Jahr mehr Erd\u00f6l verbrennen, mehr Erze aus der Erde holen, mehr Landschaft verbauen und immer gr\u00f6\u00dfere Mengen materieller G\u00fcter wegwerfen. Keine physische Gr\u00f6\u00dfe kann auf einem endlichen Planeten unbegrenzt exponentiell wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur folgt daraus keineswegs, was heute h\u00e4ufig daraus gefolgert wird: dass deshalb auch Wirtschaft, Wohlstand und menschliche Entwicklung schrumpfen m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier beginnt meines Erachtens eines der gro\u00dfen Missverst\u00e4ndnisse unserer gegenw\u00e4rtigen Zukunftsdebatte. Wir verwechseln Wachstum mit Materialdurchsatz. Und wir laufen Gefahr, ausgerechnet in einem Augenblick das Schrumpfen zum gesellschaftlichen Leitbild zu erkl\u00e4ren, in dem K\u00fcnstliche Intelligenz, Robotik, erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft beginnen k\u00f6nnten, die Grundlagen unserer bisherigen \u00d6konomie radikaler zu ver\u00e4ndern als irgendeine Technologie seit der industriellen Revolution.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir brauchen nicht weniger Wachstum. Wir m\u00fcssen nur endlich verstehen, <strong>was wachsen soll \u2013 und was nicht mehr wachsen darf.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-der-josefspfennig-und-die-tucken-der-extrapolation\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Der Josefspfennig und die T\u00fccken der Extrapolation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe mich mit dieser Frage schon vor langer Zeit besch\u00e4ftigt. 2011 schrieb ich einen Artikel \u00fcber den sogenannten Josefspfennig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bekannte Gedankenexperiment geht ungef\u00e4hr so: H\u00e4tte Josef zur Geburt Jesu einen einzigen Pfennig zu einem bestimmten Zinssatz angelegt und w\u00e4ren Zins und Zinseszins zweitausend Jahre lang weitergelaufen, w\u00e4re daraus eine astronomische Geldsumme entstanden. Bei entsprechendem Zinssatz h\u00e4tte das resultierende Verm\u00f6gen irgendwann den Gegenwert einer Goldmenge erreicht, f\u00fcr die nicht einmal die Erde gen\u00fcgend Materie bereitstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Beispiel soll die Absurdit\u00e4t exponentiellen Wachstums demonstrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nat\u00fcrlich demonstriert es tats\u00e4chlich etwas Wichtiges: Eine physische Gr\u00f6\u00dfe kann nicht beliebig exponentiell wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das Gedankenexperiment enth\u00e4lt zugleich eine andere Lektion, die in solchen Diskussionen leicht \u00fcbersehen wird. Es extrapoliert ein bestimmtes \u00f6konomisches Verh\u00e4ltnis \u00fcber zwei Jahrtausende, als w\u00fcrden sich Geldsystem, Kaufkraft, Produktionsweise, Technologie und gesellschaftliche Institutionen w\u00e4hrend dieser gesamten Zeit nicht grundlegend ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau darin liegt ein allgemeines Problem von Langzeitprognosen: Man kann aus einer historischen Entwicklung einen Trend ableiten. Aber man darf die Beziehungen, auf denen dieser Trend beruht, nicht ohne Weiteres zu Naturgesetzen erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ber\u00fchmte <em>Pferdemistproblem <\/em>der Gro\u00dfst\u00e4dte des 19. Jahrhunderts veranschaulicht das sehr sch\u00f6n. Mit wachsender Mobilit\u00e4t wurden immer mehr Pferde ben\u00f6tigt. Mehr Verkehr bedeutete deshalb mehr Pferde, mehr Futter, mehr Stallungen, mehr Mist und mehr tote Tiere. Innerhalb dieses technischen Systems war die Kopplung vollkommen real.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fehler war, daraus zu schlie\u00dfen: Mehr Mobilit\u00e4t bedeutet zwangsl\u00e4ufig mehr Pferdemist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die technologische Grundlage der Mobilit\u00e4t \u00e4nderte sich \u2013 und die Kopplung verschwand. Das Automobil brachte daf\u00fcr neue und, wie wir heute wissen, gewaltige \u00f6kologische Probleme mit sich. Technischer Fortschritt l\u00f6st Umweltprobleme also keineswegs automatisch. Aber das Beispiel zeigt etwas anderes: <strong>Eine empirisch beobachtete Kopplung ist noch kein Naturgesetz.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau deshalb muss man vorsichtig sein, wenn aus der Feststellung, dass eine ausreichende globale Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch bisher nicht gelungen ist, die Behauptung wird, sie k\u00f6nne auch k\u00fcnftig nicht gelingen. Das Erste ist ein empirischer Befund. Das Zweite ist eine Prognose.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-was-bedeutet-wachstum-eigentlich\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Was bedeutet Wachstum eigentlich?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits 2012 schrieb ich einen Artikel mit dem etwas flapsigen Titel \u201eIst Wachstum wirklich b\u00e4hb\u00e4h?\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine damalige Antwort lautete: Wachstum ist nicht grunds\u00e4tzlich gut oder schlecht. Entscheidend ist, <strong>was w\u00e4chst<\/strong>. Diese Unterscheidung halte ich heute f\u00fcr wichtiger denn je.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn eine \u00dcberschwemmung eine Stadt zerst\u00f6rt und anschlie\u00dfend Milliarden f\u00fcr den Wiederaufbau ausgegeben werden, kann das statistisch Wirtschaftsleistung erzeugen. Gesellschaftlich sind wir dadurch trotzdem nicht reicher geworden. Wenn wir Produkte herstellen, die nach kurzer Zeit weggeworfen werden m\u00fcssen, damit anschlie\u00dfend neue gekauft werden, entsteht Wirtschaftst\u00e4tigkeit. Ob dadurch Wohlstand entsteht, ist eine andere Frage. Wenn W\u00e4lder gerodet, Rohstoffe gef\u00f6rdert, verarbeitet, um die halbe Welt transportiert und schlie\u00dflich auf einer Deponie entsorgt werden, kann jeder einzelne dieser Vorg\u00e4nge zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das BIP unterscheidet nicht zuverl\u00e4ssig zwischen gesellschaftlich erw\u00fcnschter Entwicklung und der kostspieligen Reparatur ihrer Nebenwirkungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt f\u00fcr mich aber nicht, dass Wachstum grunds\u00e4tzlich falsch w\u00e4re. Es folgt vielmehr, dass wir einen <em>primitiven Wachstumsbegriff <\/em>verwenden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-ein-baum-wachst-nicht-bis-zum-mond\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Ein Baum w\u00e4chst nicht bis zum Mond<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meinem Artikel von 2012 benutzte ich daf\u00fcr die Natur als Analogie. Die Natur, schrieb ich damals, wachse seit Milliarden Jahren, obwohl die Erde nicht gr\u00f6\u00dfer werde. Heute w\u00fcrde ich das wissenschaftlich vorsichtiger formulieren. Die Biomasse der Erde w\u00e4chst selbstverst\u00e4ndlich nicht seit vier Milliarden Jahren kontinuierlich exponentiell. \u00d6kosysteme expandieren, kollabieren, ver\u00e4ndern sich, Arten entstehen und verschwinden. Auch biologische Systeme unterliegen materiellen und energetischen Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber der wesentliche Gedanke bleibt bestehen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Evolution kann innerhalb begrenzter materieller Bedingungen immer neue funktionale und organisatorische Komplexit\u00e4t hervorbringen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Baum kann nicht unbegrenzt h\u00f6her werden. Irgendwann verhindern Statik, Wassertransport und andere physikalische Bedingungen weiteres H\u00f6henwachstum. Aber Evolution besteht auch nicht darin, dass derselbe Baum immer h\u00f6her wird. Aus relativ einfachen Lebensformen entstanden \u00fcber Milliarden Jahre komplexe Zellen, Vielzeller, Nervensysteme, Gehirne, \u00d6kosysteme, Symbiosen und schlie\u00dflich Lebewesen, die \u00fcber Evolution diskutieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erde musste daf\u00fcr nicht entsprechend gr\u00f6\u00dfer werden. Materie wurde komplexer organisiert. Und genau hier liegt eine Analogie zur Wirtschaft. Auch Wirtschaftswachstum muss nicht bedeuten, dass wir jedes Jahr zehn Prozent mehr Autos, Stahl, Beton und Plastik herstellen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirtschaft ist zu einem erheblichen Teil Organisation. Arbeitsteilung ist Organisation. Wissen ist Organisation. Software ist Organisation. Technologie ist Organisation von Materie, Energie und Information. Eine Maschine, die aus derselben Menge Material mit der H\u00e4lfte der Energie doppelt so viel Nutzen erzeugt, stellt eine Entwicklung dar, ohne deshalb doppelt so gro\u00df sein zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Smartphone ersetzt heute Ger\u00e4te und Dienstleistungen, f\u00fcr die fr\u00fcher Kamera, Telefon, Stra\u00dfenkarte, Lexikon, Taschenrechner, Kalender, Musikabspielger\u00e4t und zahlreiche weitere Gegenst\u00e4nde ben\u00f6tigt wurden. Nat\u00fcrlich ist auch ein Smartphone materiell. Nat\u00fcrlich ben\u00f6tigen Rechenzentren Energie. Nat\u00fcrlich besitzt Digitalisierung einen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck. Aber der Zusammenhang zwischen erzeugtem Nutzen und eingesetzter Materiemenge ist offensichtlich nicht konstant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Genau diese Relation ist aber entscheidend.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-eigentliche-ziel-ist-entkopplung\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Das eigentliche Ziel ist Entkopplung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ernsthafte Degrowth-Kritik setzt genau an diesem Punkt an. Sie sagt nicht einfach: Technik ist schlecht. Sie weist darauf hin, dass es bisher global nicht gelungen ist, wirtschaftliche Wertsch\u00f6pfung in ausreichendem Ma\u00df von Ressourcenverbrauch, Fl\u00e4chenverbrauch, Biodiversit\u00e4tsverlust und anderen Umweltbelastungen zu entkoppeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein wichtiger Einwand. Relative Entkopplung reicht nicht. Wenn eine Volkswirtschaft pro Euro Wirtschaftsleistung jedes Jahr zwei Prozent weniger Ressourcen ben\u00f6tigt, gleichzeitig aber um drei Prozent w\u00e4chst, steigt der gesamte Ressourcenverbrauch trotzdem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was wir ben\u00f6tigen, ist deshalb in entscheidenden Bereichen <strong>absolute Entkopplung<\/strong>: steigender Wohlstand bei sinkendem Prim\u00e4rressourcenverbrauch und sinkender Umweltbelastung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob das in ausreichender Gr\u00f6\u00dfenordnung m\u00f6glich ist, ist die eigentliche Streitfrage. Aber aus der Feststellung, dass es bisher nicht ausreichend gelungen ist, folgt nicht, dass es unm\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn unsere heutige Wirtschaft ist noch immer weitgehend linear aufgebaut:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rohstoff entnehmen. -> Produkt herstellen. -> Produkt verkaufen. -> Produkt verbrauchen. -> Produkt wegwerfen. -> Neuen Rohstoff entnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn dieses System nicht nachhaltig ist, erscheint mir die Vorstellung merkw\u00fcrdig, die entscheidende L\u00f6sung best\u00fcnde darin, dasselbe System einfach etwas langsamer zu betreiben. Wenn wir grunds\u00e4tzlich dasselbe tun wie bisher, nur zwanzig Prozent weniger davon, ruinieren wir unsere Lebensgrundlagen lediglich langsamer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Aufgabe besteht deshalb darin, <strong>die Struktur des Systems zu ver\u00e4ndern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-nicht-weniger-vom-falschen-sondern-etwas-anderes\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Nicht weniger vom Falschen, sondern etwas anderes<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir einen Rohstoff. Im linearen Modell wird er gef\u00f6rdert, verarbeitet und irgendwann zu Abfall. In einer konsequenten Kreislaufwirtschaft wird bereits das Produkt so konstruiert, dass seine Bestandteile nach dem Ende seiner Nutzung wieder zu Rohstoffen werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cradle to Cradle geht noch einen Schritt weiter: Es versucht Produkte von vornherein so zu entwerfen, dass ihre Materialien in technischen oder biologischen Kreisl\u00e4ufen weitergef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Perfekte Kreisl\u00e4ufe wird es aus physikalischen Gr\u00fcnden nicht geben. Es entstehen Verluste, Materialien degradieren, Trennung ben\u00f6tigt Energie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber zwischen \u201eperfekt\u201c und unserer heutigen Wegwerfwirtschaft liegt ein gewaltiger technologischer Entwicklungsraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dasselbe gilt f\u00fcr Energie. Ein Verbrennungsmotor verwandelt einen erheblichen Teil der eingesetzten Energie in Abw\u00e4rme. Elektrische Antriebe k\u00f6nnen dieselbe Mobilit\u00e4tsleistung mit deutlich weniger Endenergie bereitstellen. Eine W\u00e4rmepumpe erzeugt W\u00e4rme nicht einfach aus elektrischer Energie, sondern transportiert Umweltw\u00e4rme und kann dadurch aus einer Einheit Strom vier und mehr Einheiten W\u00e4rme bereitstellen. Geb\u00e4ude k\u00f6nnen so konstruiert werden, dass sie f\u00fcr denselben Wohnkomfort erheblich weniger Heiz- und K\u00fchlenergie ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das bedeutet nicht Verzicht auf Entwicklung. Es <strong>ist Entwicklung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb halte ich Degrowth f\u00fcr das falsche Leitbild. Nicht weil Suffizienz bedeutungslos w\u00e4re. Nat\u00fcrlich gibt es insbesondere in reichen Gesellschaften absurden Konsum, vermeidbare Verschwendung und Dinge, bei denen weniger tats\u00e4chlich mehr Lebensqualit\u00e4t bedeuten kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Suffizienz beantwortet nicht die gr\u00f6\u00dfere zivilisatorische Frage. Diese lautet: <strong>Wie schaffen wir eine hochentwickelte Zivilisation, deren Wohlstand nicht mehr proportional mit ihrem Naturverbrauch w\u00e4chst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-ein-evolutionarer-wendepunkt\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Ein evolution\u00e4rer Wendepunkt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Bedeutung dieser Frage zu verstehen, m\u00fcssen wir meines Erachtens weiter zur\u00fcckblicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend fast der gesamten Menschheitsgeschichte bestand eine der wichtigsten Aufgaben menschlicher Gesellschaften darin, sich gegen\u00fcber der Natur zu behaupten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen froren. Menschen verhungerten. Menschen starben an Infektionen, die wir heute mit wenigen Tabletten behandeln k\u00f6nnen. Ernten wurden durch Wetterereignisse vernichtet. Eine schlechte Saison konnte Hungersn\u00f6te verursachen. Ein verletzter Zahn konnte lebensgef\u00e4hrlich werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technische Entwicklung bedeutete unter diesen Bedingungen zun\u00e4chst Befreiung von Naturzw\u00e4ngen. Wir bauten H\u00e4user, Bew\u00e4sserungssysteme und Stra\u00dfen. Wir entwickelten Medizin, Landwirtschaft, Maschinen und Energieversorgung. Die industrielle Revolution beschleunigte diesen Prozess in einem bis dahin unvorstellbaren Ausma\u00df. Und sie war ungeheuer erfolgreich. So erfolgreich, dass sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Mensch und Natur innerhalb historisch k\u00fcrzester Zeit grundlegend ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen haben \u00d6kosysteme nat\u00fcrlich schon lange vor der Industrialisierung ver\u00e4ndert und teilweise zerst\u00f6rt. Neu ist nicht die Tatsache menschlicher Eingriffe. Neu sind <strong>Gr\u00f6\u00dfenordnung, Geschwindigkeit und globale Reichweite<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Spezies, deren zentrale Herausforderung \u00fcber Jahrtausende darin bestand, sich gegen Naturgewalten zu sch\u00fctzen, besitzt heute die technische Macht, selbst planetare Stoffkreisl\u00e4ufe, Klima und Biodiversit\u00e4t erheblich zu beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit stehen wir vor einer v\u00f6llig neuen Entwicklungsaufgabe. Wir m\u00fcssen nicht mehr nur lernen, Naturkr\u00e4fte zu beherrschen. Wir m\u00fcssen lernen, <strong>mit der Macht verantwortlich umzugehen, die wir dadurch gewonnen haben.<\/strong> Das ist f\u00fcr mich ein evolution\u00e4rer Wendepunkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und gerade deshalb erscheint mir Schrumpfung als gesellschaftliche Leitidee unzureichend. Die \u00f6kologische Krise zeigt nicht, dass die Menschheit zu weit entwickelt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie zeigt, dass <strong>unsere technische Macht schneller gewachsen ist als unsere F\u00e4higkeit, diese Macht \u00f6kologisch und gesellschaftlich verantwortlich zu organisieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort darauf kann nicht darin bestehen, Entwicklung grunds\u00e4tzlich zur\u00fcckzunehmen. Wir m\u00fcssen die n\u00e4chste Entwicklungsstufe erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-die-globale-perspektive\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Die globale Perspektive<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein Problem, das in europ\u00e4ischen Degrowth-Debatten leicht aus dem Blick ger\u00e4t. Wir betrachten die Welt aus Gesellschaften heraus, die bereits \u00fcber Stra\u00dfen, Krankenh\u00e4user, Stromnetze, Kanalisation, Universit\u00e4ten, Wohnungen, K\u00fchlketten, digitale Infrastruktur und eine enorme industrielle Basis verf\u00fcgen. Von hier aus l\u00e4sst sich leicht feststellen, dass wir nicht jedes Jahr ein gr\u00f6\u00dferes Auto oder noch mehr Konsumg\u00fcter ben\u00f6tigen. Das stimmt sogar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber dieser Lebensstandard ist keineswegs der globale Ausgangspunkt. Milliarden Menschen haben weiterhin einen legitimen materiellen Aufholbedarf. Sie brauchen Wohnungen. Krankenh\u00e4user. Medikamente. Strom. Trinkwasserversorgung. Abwassersysteme. Schulen. Verkehrsinfrastruktur. K\u00fchlung f\u00fcr Lebensmittel und Medikamente. Maschinen und Kommunikationssysteme. Das alles ben\u00f6tigt zun\u00e4chst Material und Energie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re eine merkw\u00fcrdig eurozentrische Vorstellung, wenn jene Gesellschaften, die ihren Wohlstand w\u00e4hrend zweier Jahrhunderte Industrialisierung aufgebaut haben, nun erkl\u00e4rten: Leider sind die planetaren Grenzen erreicht; jetzt m\u00fcssen alle gemeinsam schrumpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Herausforderung ist wesentlich anspruchsvoller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Ressourcenverbrauch der reichen Gesellschaften muss drastisch sinken, w\u00e4hrend \u00e4rmere Gesellschaften gleichzeitig die M\u00f6glichkeit erhalten m\u00fcssen, ihren materiellen Wohlstand zu steigern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade deshalb ben\u00f6tigen wir Entkopplung. Und gerade deshalb brauchen wir Innovation. Nicht als technisches Feigenblatt, um alles beim Alten zu lassen. Sondern um \u00fcberhaupt eine humane globale Zivilisation innerhalb planetarer Grenzen m\u00f6glich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-und-dann-kam-die-kunstliche-intelligenz\" class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Und dann kam die k\u00fcnstliche Intelligenz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich 2012 \u00fcber Wachstum an Komplexit\u00e4t schrieb, war eine Entwicklung in ihrer heutigen Dimension noch nicht abzusehen. Zwar habe ich schon in den 1980ern selbst Neuronale Netzte programmiert, aber die derzeitige Beschleunigung der Entwicklung galt damals noch als Science Fiktion. Die K\u00fcnstliche Intelligenz ver\u00e4ndert die Voraussetzungen dieser Diskussion radikal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang gab es neben Energie und Rohstoffen noch einen weiteren fundamentalen knappen Produktionsfaktor: menschliche Arbeit. Fast alles, was eine Gesellschaft herstellen wollte, ben\u00f6tigte Menschen, die daf\u00fcr Zeit aufwendeten. Deshalb h\u00e4ngen Einkommen, Arbeit und Produktion in unserer Wirtschaftsordnung so eng zusammen. Die meisten Menschen erhalten Zugriff auf G\u00fcter, indem sie ihre Arbeitskraft verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>KI beginnt, diese Gleichung fundamental zu ver\u00e4ndern<\/em>. Es ist nicht vergleichbar mit bisherigen industriellen Revolutionen, die irgendwann den Markt ges\u00e4ttigt hatten und wieder abflchten. Das wird bei KI nicht passieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst automatisiert sie kognitive T\u00e4tigkeiten: Softwareentwicklung, \u00dcbersetzung, Recherche, Verwaltung, Konstruktion, Analyse und zahlreiche kreative Prozesse k\u00f6nnen teilweise erheblich produktiver werden. Verbinden wir k\u00fcnstliche Intelligenz mit Robotik, betrifft Automatisierung zunehmend auch die physische Welt. Dann entsteht eine Situation, die weit \u00fcber die \u00fcbliche Diskussion \u00fcber Wirtschaftswachstum hinausgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was geschieht, wenn eine Gesellschaft immer mehr G\u00fcter und Dienstleistungen herstellen kann, ohne daf\u00fcr proportional mehr menschliche Arbeitszeit zu ben\u00f6tigen? Was geschieht, wenn gleichzeitig erneuerbare Energie immer billiger wird? Und was geschieht, wenn wir zus\u00e4tzlich lernen, einen immer gr\u00f6\u00dferen Teil unserer Materialien in Kreisl\u00e4ufen zu f\u00fchren? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann ver\u00e4ndert sich nicht nur unsere Produktion. Dann ver\u00e4ndert sich m\u00f6glicherweise die Logik der Knappheit selbst. Und damit das gesamte Fundament, auf dem unsere derzeitige Gesellschaft aufgebaut ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Von der Knappheits\u00f6konomie zur \u00d6konomie des \u00dcberflusses<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere gesamte Wirtschaftsordnung ist auf Knappheit aufgebaut. G\u00fcter sind knapp, Energie ist knapp, Rohstoffe sind knapp und vor allem ist menschliche Arbeitszeit knapp. Preise koordinieren den Zugriff auf diese begrenzten G\u00fcter, w\u00e4hrend die meisten Menschen \u00fcber ihre Arbeit das Einkommen erwerben, mit dem sie wiederum an der Produktion anderer teilhaben k\u00f6nnen. Technischer Fortschritt hat diese Knappheiten jedoch immer wieder verschoben. Ein handgeschriebenes Buch war einst ein kostbares Gut, weil seine Vervielf\u00e4ltigung enorme menschliche Arbeit erforderte. Heute l\u00e4sst sich ein digitaler Text praktisch ohne zus\u00e4tzliche Arbeit millionenfach verbreiten. In der Landwirtschaft war fr\u00fcher der gr\u00f6\u00dfte Teil der Bev\u00f6lkerung (90 %) damit besch\u00e4ftigt, Nahrung zu erzeugen. Heute kann ein kleiner Teil der Bev\u00f6lkerung (4 %) eine ganze Gesellschaft ern\u00e4hren. Produktivit\u00e4tssteigerung bedeutet letztlich immer, mit weniger menschlicher Arbeit, Energie oder Material denselben oder einen gr\u00f6\u00dferen Nutzen zu erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit KI und Robotik k\u00f6nnte dieser Prozess nun eine neue Qualit\u00e4t erreichen. Maschinen ersetzen nicht mehr nur Muskelkraft, sondern \u00fcbernehmen zunehmend kognitive T\u00e4tigkeiten: Sie analysieren, konstruieren, programmieren, planen und steuern. Verbinden wir diese F\u00e4higkeiten mit Robotik, betrifft Automatisierung zunehmend auch die physische Produktion. Daraus entsteht allerdings ein merkw\u00fcrdiges Paradox. Wenn eine Fabrik durch Automatisierung mit hundert Menschen dieselbe Menge produzieren kann wie zuvor mit tausend, ist die Gesellschaft objektiv produktiver geworden. Neunhundert Menschen m\u00fcssen diese Arbeit nicht mehr verrichten. Eigentlich m\u00fcsste das eine hervorragende Nachricht sein. In unserer gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftsordnung kann daraus jedoch eine soziale Katastrophe werden, weil dieselben Menschen mit ihrer Arbeit auch ihr Einkommen verlieren. Wir k\u00f6nnen dann mehr Wohlstand mit weniger Arbeit erzeugen und gleichzeitig Menschen von diesem Wohlstand ausschlie\u00dfen. Das Problem liegt offensichtlich nicht in mangelnder Produktivit\u00e4t, sondern darin, wie wir den Zugang zu ihren Ergebnissen organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle wird h\u00e4ufig auf fr\u00fchere industrielle Revolutionen verwiesen. Auch damals verschwanden Berufe, w\u00e4hrend gleichzeitig neue entstanden. Aus den Webern und Kutschern wurden nicht einfach Arbeitslose; neue Industrien schufen T\u00e4tigkeiten, die vorher niemand kannte. Deshalb, so das Argument, werde es auch diesmal wieder gen\u00fcgend neue Arbeit geben. Das ist m\u00f6glich, aber keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Denn bisher automatisierten Maschinen \u00fcberwiegend bestimmte Ausschnitte menschlicher F\u00e4higkeiten. Wo Muskelkraft ersetzt wurde, blieben kognitive T\u00e4tigkeiten; wo standardisierte Abl\u00e4ufe automatisiert wurden, entstanden neue Aufgaben in Planung, Entwicklung, Kommunikation und Kontrolle. Eine universell einsetzbare KI in Verbindung mit flexibler Robotik zielt dagegen gerade auf diese verbleibenden Bereiche. Erstmals ist zumindest keine gro\u00dfe Kategorie wirtschaftlich verwertbarer menschlicher T\u00e4tigkeit erkennbar, von der wir sicher sagen k\u00f6nnten, dass sie prinzipiell nicht automatisierbar ist. Selbst neu entstehende Berufe w\u00e4ren nicht zwangsl\u00e4ufig dauerhaft vor Automatisierung gesch\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was vermutlich sehr viel schwerer zu ersetzen sein wird, sind jene T\u00e4tigkeiten, bei denen gerade die menschliche Beziehung einen Teil ihres Wertes ausmacht: jemanden pflegen, Kinder begleiten, Menschen unterrichten, tr\u00f6sten, beraten, Gemeinschaft organisieren, Kunst und Kultur miteinander erleben oder einfach f\u00fcr andere Menschen da sein. Ausgerechnet solche T\u00e4tigkeiten werden in unserer heutigen \u00d6konomie jedoch h\u00e4ufig schlecht bezahlt oder \u00fcberhaupt nicht als wirtschaftliche Leistung erfasst. Wer einen alten Menschen betreut, ein Kind erzieht oder ehrenamtlich eine Gemeinschaft zusammenh\u00e4lt, kann gesellschaftlich enormen Wert schaffen, ohne dass dieser Wert angemessen in Einkommen oder BIP erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit entstehen zwei Aufgaben gleichzeitig. Erstens m\u00fcssen wir einen Weg finden, die durch Automatisierung erzeugte Wertsch\u00f6pfung anders zu verteilen, wenn menschliche Erwerbsarbeit als zentraler Verteilungsmechanismus an Bedeutung verliert. Ein bedingungsloses Grundeinkommen w\u00e4re daf\u00fcr eine M\u00f6glichkeit, aber keineswegs die einzig denkbare. Zweitens m\u00fcssen wir unseren Begriff von gesellschaftlich wertvoller Arbeit \u00fcberdenken. Wenn Maschinen einen wachsenden Teil dessen \u00fcbernehmen, was heute bezahlt werden muss, k\u00f6nnten Menschen mehr Zeit f\u00fcr T\u00e4tigkeiten gewinnen, deren Wert gerade darin besteht, dass Menschen sie f\u00fcreinander tun. Eine hochautomatisierte Gesellschaft m\u00fcsste deshalb nicht zu einer Gesellschaft ohne sinnvolle T\u00e4tigkeit werden. Sie k\u00f6nnte vielmehr erstmals die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnen, Einkommen, Erwerbsarbeit und gesellschaftlichen Beitrag weniger zwanghaft miteinander gleichzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb f\u00fchrt technischer Fortschritt keineswegs automatisch in eine bessere Gesellschaft. KI, Robotik und Automatisierung k\u00f6nnen eine enorme Konzentration von Eigentum und Macht erzeugen, wenn die Produktivit\u00e4tsgewinne im Besitz weniger Akteure bleiben. Dieselben Technologien k\u00f6nnten aber auch Arbeitszeit reduzieren und einen allgemeinen Wohlstand erm\u00f6glichen, der w\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teils der Menschheitsgeschichte utopisch erschienen w\u00e4re. Technologie er\u00f6ffnet M\u00f6glichkeiten; welche davon Wirklichkeit wird, ist eine politische und gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Solarpunk als technologische Reifung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier beginnt f\u00fcr mich das eigentliche Potenzial einer Solarpunk-Gesellschaft. Damit meine ich nicht die \u00e4sthetische Vorstellung begr\u00fcnter Hochh\u00e4user zwischen Solarpaneelen, sondern eine hochentwickelte technische Zivilisation, die gelernt hat, ihre eigenen Stoff- und Energiestr\u00f6me in die Funktionsbedingungen der Biosph\u00e4re einzuf\u00fcgen. Eine solche Gesellschaft w\u00e4re keineswegs weniger komplex als unsere heutige. Im Gegenteil: Eine wirkliche Kreislaufwirtschaft ist technologisch wesentlich anspruchsvoller als eine Wegwerfwirtschaft. Es ist vergleichsweise einfach, einen Rohstoff aus dem Boden zu holen, daraus ein Produkt herzustellen und dieses anschlie\u00dfend zu entsorgen. Wesentlich schwieriger ist es, Produkte modular und reparierbar zu konstruieren, ihre Materialien \u00fcber Jahrzehnte zu verfolgen, sie am Ende ihrer Nutzung automatisch zu zerlegen, Bestandteile wiederzuverwenden und Rohstoffe sortenrein in neue Produktionsprozesse zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade hier k\u00f6nnten KI und Automatisierung entscheidend werden. Man kann sich eine Infrastruktur vorstellen, in der jedes Produkt einen digitalen Materialpass besitzt, intelligente Systeme Stoffstr\u00f6me koordinieren und automatisierte Anlagen Produkte zerlegen und ihre Komponenten der jeweils sinnvollsten weiteren Verwendung zuf\u00fchren. Rohstoffe w\u00e4ren dann nicht mehr Verbrauchsmaterial auf einer Reise von der Mine zur M\u00fcllhalde, sondern zirkulierende Bestandteile eines technischen \u00d6kosystems. Perfekte Kreisl\u00e4ufe wird es dabei aus physikalischen Gr\u00fcnden nicht geben. Recycling ben\u00f6tigt Energie, Materialien degradieren und es entstehen Verluste. Aber zwischen der theoretischen Unm\u00f6glichkeit eines hundertprozentig geschlossenen Kreislaufs und unserer heutigen Wegwerfwirtschaft liegt ein gewaltiger technologischer Entwicklungsraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliches gilt f\u00fcr Energie. Die Erde ist hinsichtlich vieler Rohstoffe begrenzt, erh\u00e4lt aber fortw\u00e4hrend enorme Energiemengen von der Sonne. Entscheidend ist deshalb, wie viel davon wir mit vertretbaren \u00f6kologischen Auswirkungen nutzbar machen und wie effizient wir sie verwenden k\u00f6nnen. Wenn eine Technologie dieselbe Leistung mit einem Zehntel der Energie erbringt, ist unsere technische Leistungsf\u00e4higkeit gewachsen, obwohl unser Energieverbrauch sinkt. Treffen hohe Energieeffizienz, reichlich erneuerbare Energie, Kreislaufwirtschaft und weitgehende Automatisierung zusammen, ver\u00e4ndern sich mehrere traditionelle Knappheiten gleichzeitig. Menschliche Arbeitszeit wird als Produktionsfaktor weniger knapp, Energie kann wesentlich reichlicher verf\u00fcgbar werden und Rohstoffe k\u00f6nnen l\u00e4nger in technischen Kreisl\u00e4ufen verbleiben. Genau darin liegt die M\u00f6glichkeit dessen, was ich eine <strong>\u00d6konomie des \u00dcberflusses<\/strong> nenne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberfluss bedeutet dabei keineswegs Unendlichkeit. Auch eine zuk\u00fcnftige Solarpunk-Gesellschaft wird planetare Grenzen kennen. Land bleibt begrenzt, manche Rohstoffe bleiben selten und \u00d6kosysteme besitzen Belastungsgrenzen. \u00dcberfluss bedeutet vielmehr, dass immer mehr grundlegende G\u00fcter mit so wenig menschlicher Arbeit und so effizientem Ressourceneinsatz hergestellt werden k\u00f6nnen, dass ihre Knappheit gesellschaftlich an Bedeutung verliert. Wenn dieser Prozess weit genug fortschreitet, stellt sich irgendwann sogar die Frage, ob eine Gesellschaft, in der der Zugang zu G\u00fctern haupts\u00e4chlich \u00fcber den Verkauf menschlicher Arbeitszeit organisiert wird, noch sinnvoll strukturiert ist. Warum sollte ein Mensch acht Stunden am Tag arbeiten m\u00fcssen, um Anspruch auf Produkte zu erwerben, deren Herstellung kaum noch menschliche Arbeit ben\u00f6tigt? Die Diskussion \u00fcber Grundeinkommen, Grundversorgung, neue Eigentumsmodelle oder eine gesellschaftliche Beteiligung an automatisierter Wertsch\u00f6pfung k\u00f6nnte deshalb von einer sozialpolitischen Randfrage zu einer der zentralen Gestaltungsfragen dieses Jahrhunderts werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Warum Degrowth daf\u00fcr das falsche Leitbild ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Diagnosen der Degrowth-Bewegung halte ich durchaus f\u00fcr richtig. Unser Ressourcenverbrauch ist zu hoch, unsere Wirtschaftsweise zerst\u00f6rt \u00d6kosysteme, das BIP ist kein ausreichender Ma\u00dfstab gesellschaftlichen Fortschritts und reiche Gesellschaften produzieren und konsumieren vieles, dessen Verschwinden unsere Lebensqualit\u00e4t kaum beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde. Eine Wirtschaft, die nur funktioniert, solange Menschen st\u00e4ndig neue Dinge kaufen, obwohl ihre Bed\u00fcrfnisse l\u00e4ngst befriedigt sind, besitzt offensichtlich ein Konstruktionsproblem. Daraus folgt aber nicht, dass Schrumpfung selbst zum Ziel werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn gleichzeitig stehen wir vor einem gewaltigen Aufbauprogramm. Wir m\u00fcssen die fossile Energieversorgung ersetzen, Stromnetze und Speicher errichten, Geb\u00e4ude sanieren, Industrieprozesse ver\u00e4ndern, Verkehrssysteme umbauen, Landwirtschaft regenerativ gestalten, Materialkreisl\u00e4ufe aufbauen und gesch\u00e4digte \u00d6kosysteme wiederherstellen. Gleichzeitig brauchen Milliarden Menschen weiterhin Wohnungen, Krankenh\u00e4user, Trinkwasser, Abwassersysteme, Energieversorgung, Verkehr und andere materielle Infrastruktur. Und zus\u00e4tzlich m\u00fcssen wir den durch KI und Automatisierung ausgel\u00f6sten gesellschaftlichen Umbau bew\u00e4ltigen. <br><strong>Das ist keine Agenda des R\u00fcckzugs. Es ist vermutlich eine der gr\u00f6\u00dften Transformationsaufgaben der Menschheitsgeschichte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich gibt es Bereiche, die schrumpfen m\u00fcssen. Fossiler Energieverbrauch, Emissionen, Verschwendung, Prim\u00e4rrohstoffverbrauch in reichen Gesellschaften und die Produktion kurzlebiger Wegwerfprodukte geh\u00f6ren dazu. Gleichzeitig m\u00fcssen erneuerbare Energien, Speicher, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenproduktivit\u00e4t, Forschung, Bildung, Gesundheitsversorgung, Renaturierung und in vielen Regionen auch ganz materielle Infrastruktur wachsen. Die interessante Frage lautet deshalb nicht \u201eWachstum oder Schrumpfung?\u201c, sondern: <strong>Was muss wachsen, was muss schrumpfen und wie organisieren wir beides so, dass menschlicher Wohlstand innerhalb planetarer Grenzen m\u00f6glich wird?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit verliert auch das BIP seine Rolle als gesellschaftlicher Fetisch. Wenn eine nachhaltige Gesellschaft hohe Lebensqualit\u00e4t, Gesundheit, Bildung und soziale Sicherheit erm\u00f6glicht und ihr BIP dabei nicht w\u00e4chst, sehe ich darin kein Problem. Wenn dieselbe Gesellschaft aufgrund enormer Produktivit\u00e4tsfortschritte wirtschaftlich w\u00e4chst, w\u00e4hrend Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung sinken, sehe ich im Wachstum ebenfalls kein Problem. Das Ziel ist weder ein steigendes noch ein sinkendes BIP. <strong>Entscheidend ist letztlich, wie viel menschliches Wohlergehen wir mit welchem Naturverbrauch erm\u00f6glichen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Nicht weniger Zukunft, sondern eine andere<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der grundlegende Irrtum unserer gegenw\u00e4rtigen Wachstumsdebatte besteht darin, dass wir uns zwischen zwei Varianten derselben alten Vorstellung entscheiden sollen. Die eine sagt: Wir m\u00fcssen weiter wachsen wie bisher und unsere Umweltprobleme irgendwie technisch reparieren. Die andere sagt: Weil dieses Wachstum an Grenzen st\u00f6\u00dft, m\u00fcssen wir weniger davon betreiben. Beide denken Wirtschaft noch zu sehr als materiellen Durchsatz. Und beides f\u00fchrt letztlich zum selben Ergebnis: den Ruin unseres Planeten, einmal schneller, einmal langsamer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die interessantere M\u00f6glichkeit besteht darin, die Produktionsweise selbst zu ver\u00e4ndern. Nicht immer mehr Material durch das System zu schleusen, sondern vorhandene Materie intelligenter zu organisieren. Nicht menschliche Lebenszeit immer effizienter in Erwerbsarbeit zu verwandeln, sondern Automatisierung dazu zu nutzen, notwendige Arbeit zu reduzieren. Nicht Wohlstand durch Naturverbrauch zu erzeugen, sondern Wissen und Technologie einzusetzen, um immer mehr Wohlstand pro Einheit Naturverbrauch zu erm\u00f6glichen. Wachstum w\u00e4re dann zunehmend Wachstum an Wissen, Produktivit\u00e4t, organisatorischer Komplexit\u00e4t und menschlichen M\u00f6glichkeiten. Aber es w\u00e4re immer noch Wachstum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit kehre ich zu dem Gedanken zur\u00fcck, den ich bereits 2012 formuliert hatte: Wachstum ist nicht deshalb schlecht, weil etwas w\u00e4chst. Es wird problematisch, wenn immer mehr von dem w\u00e4chst, von dem wir bereits zu viel haben. Heute w\u00fcrde ich erg\u00e4nzen: Wir m\u00fcssen uns von der Vorstellung verabschieden, Wachstum oder Schrumpfung k\u00f6nnten sinnvolle oberste Ziele einer Gesellschaft sein. Beides sind quantitative Begriffe f\u00fcr eine Herausforderung, die in Wahrheit qualitativ ist. Es ist also eine simple Kategorienverwechslung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menschheit hat w\u00e4hrend ihrer Geschichte gelernt, sich mit Technik gegen\u00fcber der Natur zu behaupten. Dieser Erfolg hat uns an einen Punkt gebracht, an dem unsere technische Macht selbst zu einer Gefahr f\u00fcr die nat\u00fcrlichen Systeme geworden ist, von denen wir abh\u00e4ngen. Daraus folgt eine neue Verantwortung. Wir m\u00fcssen lernen, unsere Zivilisation nicht mehr gegen die Natur, sondern innerhalb ihrer Funktionsbedingungen weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00f6kologische Krise zeigt deshalb nicht, dass die Menschheit zu weit entwickelt ist. Sie zeigt, dass <strong>unsere technische Macht schneller gewachsen ist als unsere F\u00e4higkeit, diese Macht \u00f6kologisch und gesellschaftlich verantwortlich zu organisieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KI und Automatisierung versch\u00e4rfen diese Situation noch einmal. Sie k\u00f6nnen Ungleichheit, Ressourcenverbrauch und Machtkonzentration beschleunigen. Sie k\u00f6nnen uns aber auch dabei helfen, Materialkreisl\u00e4ufe zu schlie\u00dfen, Energie effizienter einzusetzen, notwendige Arbeit zu reduzieren und Wohlstand von Naturverbrauch und menschlicher Arbeitszeit zunehmend zu entkoppeln. Welche dieser Zuk\u00fcnfte entsteht, entscheidet die Technologie nicht f\u00fcr uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb d\u00fcrfen wir uns gerade jetzt nicht aus der Verantwortung stehlen, indem wir Schrumpfung als vermeintliches Naturgesetz erkl\u00e4ren. Die Transformation wird nicht automatisch stattfinden. Wir m\u00fcssen sie wollen, gestalten und politisch, wirtschaftlich und technologisch organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir brauchen keine kleinere Version der Industriegesellschaft des 20. Jahrhunderts. Wir brauchen eine neue Entwicklungsstufe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nicht weniger Zukunft, sondern eine andere Zukunft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-h-berths-blog wp-block-embed-h-berths-blog\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"2RLaXq26Rt\"><a href=\"https:\/\/struktur.hoeberth.de\/wordpress\/2026\/08\/16\/wir-muessen-ki-nicht-aufhalten-wir-muessen-ihr-eine-richtung-geben\/\">Wir m\u00fcssen KI nicht aufhalten &#8211; wir m\u00fcssen ihr eine Richtung geben<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eWir m\u00fcssen KI nicht aufhalten \u2013 wir m\u00fcssen ihr eine Richtung geben\u201c \u2013 H\u00f6berths-Blog\" src=\"https:\/\/struktur.hoeberth.de\/wordpress\/2026\/08\/16\/wir-muessen-ki-nicht-aufhalten-wir-muessen-ihr-eine-richtung-geben\/embed\/#?secret=tisz8LMRdQ#?secret=2RLaXq26Rt\" data-secret=\"2RLaXq26Rt\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-h-berths-blog wp-block-embed-h-berths-blog\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"n1ZwydgMIc\"><a href=\"https:\/\/struktur.hoeberth.de\/wordpress\/2024\/12\/02\/wirtschafts-nobelpreis-2024\/\">Wirtschafts-Nobelpreis-2024<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eWirtschafts-Nobelpreis-2024\u201c \u2013 H\u00f6berths-Blog\" src=\"https:\/\/struktur.hoeberth.de\/wordpress\/2024\/12\/02\/wirtschafts-nobelpreis-2024\/embed\/#?secret=LzOBDMGRSI#?secret=n1ZwydgMIc\" data-secret=\"n1ZwydgMIc\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum Degrowth die falsche Antwort auf einen evolution\u00e4ren Wendepunkt der Menschheit ist Es gibt einen Satz, der in Diskussionen \u00fcber Wirtschaftswachstum fast zwangsl\u00e4ufig irgendwann auftaucht: Unendliches Wachstum sei auf einem endlichen Planeten unm\u00f6glich. 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